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| Sommerfest der CDU Mosbach |
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Finanzminister a.D. Gerhard Stratthaus beim CDU Sommerfest Mosbach. CDU Mosbach, Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Neckar-Odenwald-Kreis und Junge Union NOK hatten zum Sommerfest ins Schützenhaus eingeladen, wo JU-Vorsitzender Mark Fraschka Parteifreunde sowie die Parteiprominenz aus Stadt, Land- und Wahlkreis und Europa zum Weißwurstessen willkommen hieß. Ein besonderer Gruß ging an Gerhard Stratthaus, der als Gastredner mit "Neues aus der Anstalt" für spontane Heiterkeit sorgte und dem angekündigten Arbeitstitel seines Referats "Haben wir die Krise überwunden - droht eine politische Krise?" eine leichtere Note gab. Statthaus, seit 1992 für den Wahlkreis Schwetzingen im Landtag, war von 1998 bis 2008 Finanzminister des Landes, gehört seit Oktober 2008 dem Leitungsausschuss der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung an und war angetreten, Finanz- und Wirtschaftskrise mit Auswirkungen auf die zukünftige Politik den Mosbacher Parteifreunden näherzubringen. Zustimmens Kopfnicken begleitete die Ursachen- und Folgenanalyse des erfahrenen Finanzexperten, der mit seiner offenen und herzlichen Art die Zuhörer für sich einnahm. Die Bundesrepublik habe den stärksten Rückgang des Bruttoinlandsproduktes seit den Wirtschaftskrisen der ersten Hälfte des vergangen Jahrhunderts zu verkraften, sagte Stratthaus im Rückblick auf in den USA geplatzte Schuldenblasen und Bankenprobleme. Der Zusammenbruch der Lehman-Brother Investmentbank habe den Wendepunkt markiert und "das Vertrauen war weg". Vielfältig seien die Ursachen für die Finanzkrise, die sich in Folge zur Wirtschaftskrise ausweitete, wobei die vielgescholtene Gier der "Banker" lediglich ein Aspekt sei, komplizierte Kreditgeschäfte, politisch nicht ungewollte Verschuldung (USA), "billige Dollars" weltweit, das Leistungsbilanzdefizit der einen (Amerika) und das Horten von Dollarpapieren der anderen (Deutschland, China, Japan) weitere. Es folgten Konsumrückgang und Rückgang des Welthandels. Diesmal habe die Politik aber "alles richtig gemacht", sagte er, und den Brand gelöscht, wenn auch um den hohen Preis gestiegener Staatsverschuldung. Der Staat sei mit Finanzmarktstabilisierungsgesetz, Gründung der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung, Garantien und Konjunkturpaketen eingesprungen, die Europäische Zentralbank habe den Zins nach unten gedrückt. "Der Staat ist aber nicht der bessere Banker", er dürfe Schiedsrichter sein, niemals Mitspieler, sagte Stratthaus und warnte vor dem Ruf nach mehr Staat, vor einer Abschottung der Märkte und forderte die Politik auf, das Problem der überbordenden Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Es dürfe keine "Regelungsoasen" mehr geben, und "wir müssen den Einfluss großer Schwellenländer wie China, Brasilien und Indien akzeptieren", gab sich Stratthaus überzeugt. Gesunder Menschenverstand muss wieder einkehren, Marktwirtschaft lebe von Anstand, Ehrlichkeit und Fairness. "Der Staat muss die Ordnung der Wirtschaft wieder stärker garantieren", denn freie Marktwirtschaft brauche eben beides, den "starken Staat und die Freiheit", schloss Gerhard Stratthaus unter Beifall. Für die Organisation des Sommerfestes war auch in diesem Jahr CDU-Ortsvorsitzende Ariane Spitzer zuständig, unterstützt vom Pulverkammerteam und den parteiinternen Kuchenbäckerinnen und -bäckern. Die musikalische Umrahmung steuerte der Musikverein Mosbach mit Dirigent Manfred Guthörl bei. Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung |






