Unser Leserbrief vom 05.05.2021

„Wir stehen hier für unsere Kinder“ ist ein bei den Demonstrationen von Buchen steht auf,
Querdenken und anderen Initiativen gegen die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-
Pandemie immer wieder gehörter Satz. Doch was denken eigentlich die Kinder, deren
vermeintliche Interessen dort vermarktet werden? Wir, die Junge Union Buchen, haben dazu
unsere jüngsten Mitglieder, Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 18 Jahren befragt, deren
Namen wir zu ihrem Schutz aber hier nicht nennen. Dies ist natürlich keine repräsentative
Umfrage. Die meisten unserer jungen Mitglieder erleben eine sichere Jugendzeit ohne finanzielle
und familiäre Sorgen. Gerade deshalb machen sie sich Gedanken um Ihre Altersgenossen in
schwierigeren Lebensumständen, denn nicht Instrumentalisierung für politische Zwecke, sondern
Sicherheit und Unterstützung in der Familie sind das, was Kindern und Jugendlichen durch die
Krise hilft. Die Rahmenbedingungen dafür müssen jedoch von staatlicher Seite geschaffen werden.

Die Jugendlichen in der Jungen Union Buchen finden es daher grundsätzlich gut, wenn Menschen
„für die Kinder“ auf die Straße gehen. Die sozialen, psychischen und schulischen Probleme von
Kindern und Jugendlichen, die der Lock-down verursacht, kommen in der öffentlichen Debatte
noch immer nicht ausreichend vor. Digitalen Unterricht zu Hause würde zwar keiner von ihnen als
optimale Dauerlösung empfinden, aber er ist eine echte Alternative und funktioniert in der Regel
problemlos. Manchen hilft der Online-Unterricht sogar, beim selbstständigen Lernen sicherer zu
werden. Dennoch wünschen sich alle den Präsenzunterricht - mit Hygienekonzept - zurück. Klar,
Masken zu tragen ist anstrengend. Es tut an den Ohren weh und beschwert das Atmen, aber man
gewöhnt sich doch daran und das gemeinsame Lernen ist es wert, da sind sich alle einig.

Ob die Pandemie langfristig Folgen für ihr späteres Leben haben wird, können die Jugendlichen
schwer absehen. Gewisse Ängste schwingen aber mit: Werden sich meine Noten verschlechtern?
Muss ich in der Folgezeit sehr viel nacharbeiten? Insgesamt können sie sich nach über einem Jahr
Pandemie jedoch noch immer nicht vorstellen, dass ihr Leben schulisch und beruflich ohne
Pandemie viel anders verlaufen wäre.

Anders sieht es im privaten Bereich aus: Es tut weh, die eigene Jugendzeit vorbeigehen zu sehen,
ohne Geburtstage zu feiern und Freunde zu treffen, ohne Hobbys und Vereinsleben ausüben zu
können. Es ist einsam, eintönig und macht oft traurig. Aber selbst daran finden einzelne unserer
jungen Mitglieder noch etwas Positives: man lernt sich selbst erst richtig kennen und weiß, dass
man auch Krisen meistern kann. Das kann einem im Erwachsenenleben einmal zugutekommen.

Für all das, was zu kurz kommt, kann man schon mal demonstrieren, sollte man sogar. Sicher nicht
jeder, der die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung kritisiert, ist ein Querdenker und nicht jeder
Querdenker ist ein Extremist. Man kann durchaus faktenorientiert über den Sinn oder Unsinn
mancher Maßnahmen diskutieren. Sehr wichtig ist den jungen Leuten aber, dass dabei Grenzen
zu achten sind: Auflagen zum Tragen von Masken bei Demonstrationen sind einzuhalten. Die Lage
in den Krankenhäusern und der hingebungsvolle Einsatz des medizinischen Personals dürfen nicht
aus den Augen verloren werden. Politischer Extremismus von rechts wie von links,
Verschwörungsmythen, Beleidigungen, Rassismus und die Relativierung von Nazi-Verbrechen
haben in der Debatte um die Pandemiebekämpfung nichts verloren. Wer solche Mittel bedient,
kann nicht erwarten, ernst genommen zu werden, denn offensichtlich verfolgt er ganz andere
Ziele.

Nicht zuletzt sind unsere jungen Mitglieder Nachwuchspolitiker in Spe, junge Menschen, die sich
schon früh entschieden haben, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Angriffe und
Drohungen gegen Politiker, zumal wenn es lokal bekannte Persönlichkeiten trifft, gehen ihnen
deshalb besonders nahe. Wer soll da noch den Mut finden, sich gesellschaftlich zu engagieren?
Doch noch stehen sie, unsere jungen Mitglieder, und stehen wir als Junge Union Buchen, zu
unserer Verantwortung. Bitte stehen Sie mit uns. #DerOdenwaldstehtauf

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